Die neue Orgel in der Ambrosiuskirche in Riedheim bei Leipheim

Erbaut im Jahre 2003 von der Werkstätte Georg Weishaupt, Westendorf.

Orgel RiedheimDie knapp 400 Riedheimer Gemeindeglieder haben in den Jahren 2003 und 2004 drei große Bauprojekte zum Abschluss gebracht. Zusammen mit der neuen Orgel wurde im letzten Jahr auch das Gemeindehaus eingeweiht. Die Sanierung des vom Einsturz bedrohten Turmdachs erfolgte in diesem Jahr. Ohne große Eigenleistungen wäre dies nicht möglich gewesen. So können die eigenwilligen Schwaben in Riedheim zurecht auf das Erreichte stolz sein. Seit der Orgeleinweihung gibt es in loser Folge Konzerte bei Kerzenschein und anschließendem gemütlichen Nachklang bei Wein u.a. im Gemeindehaus.

Das Orgelwerk entstand in enger Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Orgelsachverständigen, Orgelbauer, Intonateur und Architekt. Das gelungene Ergebnis spricht für sich. Das bescheidene Werk vereinigt sowohl ökumenische wie europäische Elemente. Es ist der erste Orgelneubau des katholischen Erbauers Georg Weishaupt in einer evangelischen Kirche. Die Mensuration und Intonation hat Dr. Paolo Ciresa aus Italien vorgenommen. Die Konzeption und Disposition des Orgelsachverständigen Matthias Nägele ermöglichte eine zweimanualige Disposition mit knapper Besetzung. Die 9 realen Register wurden um einen Vorabzug und einen Oktavauszug auf 11 erweitert.

Das besondere der Riedheimer Orgel ist ihr lebendiger Klang. Der von Haus aus statische Orgelklang wird durch mehrere Faktoren, insbesondere jedoch durch die Pfeifenintonation belebt. Da ist zunächst die flexible Windversorgung durch einen Schwimmerbalg, dessen Platte mit Gewicht und Federn versehen ist. Die Pfeifen sind ungleich schwebend nach Vallotti gestimmt. Trotz der gemeinsamen Windlade für die beiden Manualwerke gibt es einen Tremulanten, der ähnlich wie ein Kanaltremulant arbeitet. Der Pfeifen sprechen sehr direkt und schnell an. Der orgelspezifische Klang wird dadurch aufgebrochen und kommt in Bewegung.

Die Disposition erfolgte nach dem Grundsatz der Ökonomie und guten Handhabung. Mit Blick auf die ländliche Struktur und die personellen Verhältnisse ergab sich dies wie von selbst. Auch orgelbaulich kam der Grundsatz des möglichst Einfachen und Guten zur Anwendung. Störungsfreie und langlebige Funktion ist gerade bei Jahrhundertprojekten in kleinen Gemeinden wichtig.

Über allem steht das Lob Gottes, wie es die Schleierbretter künden:

Dich Gott loben wir, dich Herr preisen wir.
Dir, dem ewigen Vater huldigt das Erdenrund.
Heilig, heilig, heilig der Herr, der Gott der Scharen.
Voll sind Himmel und Erde von deiner Herrlichkeit.

Matthias Nägele